Professionelle Kunst sollte nicht einer privilegierten Schicht vorbehalten sein, sondern auf allen Gesellschaftsebenen stattfinden. Doch vielen Künstlerinnen und Künstlern gelingt nach dem Uni-Abschluss nicht der Sprung in die Selbstständigkeit. Ihnen hilft der Frankfurter Verein für Künstlerhilfe, zu deren Dauerspendern der Lions Club Frankfurt Main-metropole zählt.

In der Region Frankfurt am Main gibt es zwei Universitäten, die Künstlerinnen und Künstler ausbilden: Die Staatliche Hochschule für Bildende Künste (Städelschule) und die Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Jährlich beenden rund 50 junge Künstlerinnen und Künstler ihre Ausbildung. Doch nach dem Studium steht oftmals der Realitätsschock vor der Tür: Viele Absolventen sind nicht geübt darin, ihre Kunst zu verkaufen, vielen fehlen profitable Kontakte zu Galerien. Der Schritt in die Selbstständigkeit als freier Künstler droht zu scheitern. An diesem Scheideweg springt der Frankfurter Verein für Künstlerhilfe e.V. für die Absolventen in die Bresche. Seit 1981 hat der gemeinnützige Ver-ein rund 250 Uni-Absolventen auf dem Weg zum professionellen Künstler unterstützt und damit die bildende Kunst in der Region lebendig gehalten.

6000 Euro als Startschuss für die Selbstständigkeit

Der Kunstpreis des Lions Club Frankfurt Mainmetro-pole macht es als eine Maßnahme von von vielen möglich. Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert und unterstützt die finanzielle Unabhängigkeit junger Künstlerinnen und Künstler auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Welchen Talenten die Unterstützung zugutekommt, das entscheidet ein Kuratorium, das sich aus anerkannten Fachleuten zusammensetzt – ein Vorgehen, dass in Deutschland selten anzutreffen ist und Transparenz schafft, welche auch die Spender schätzen, sagt Vereinsvorsitzender Harald Meyer. „Die sorgsam ausgewählten Künstlerinnen und Künstler erhalten zwölf Monatsraten von je 500 Euro, sodass sie den Weg in die Selbstständigkeit entspannter angehen können“, erklärt Meyer.

Preisträger gelangen zu internationalem Ansehen

Viele der 250 geförderten Künstlerinnen und Künstler aus der Region Frankfurt sind heute international bekannt. Unter ihnen befindet sich Tobias Rehberger – ein deutscher Bildhauer, der den Kunstpreis 1992 erhielt. Der heute 51-Jährige ist Professor an der Staatlichen Hoch-schule für Bildende Künste. Während seiner Künstlerkarriere hat er unter anderem in Münster mit der Verwandlung grauer Stromkästen in bunte Objekte für Aufsehen gesorgt. Zudem ist Rehberger mit einer Arbeit im Besucherrestaurant des Reichstagsgebäudes in Berlin vertreten. Zu den neuesten Preisträgern von 2016 zählen Bradley Davies, Hosam Katan, Nicole van den Plas und Jasmin Werner. Meyer: „Wir hoffen, dass auch diesen Künstlerinnen und Künstlern eine internationale Karriere bevorsteht.“

Wir helfen: Lions Club Frankfurt-Mainmetropole zählt seit 1981 zu den Unterstützern

Die Geburtsstunde des Frankfurter Vereins für Künstlerhilfe e.V. war am 24. Oktober 1981: Zeitgleich mit seiner Gründungsfeier hat der Lions Clubs Frankfurt-Mainmetropole in diesem Jahr die Künstlerhilfe ins Leben gerufen – getreu des Mottos „Wir helfen“ ist es das Ziel eines jeden Lion Clubs, sich für soziale und kulturelle Aufgaben der Gesellschaft einzusetzen. Seit der Gründung zählt der Club zu den Dauerspendern und unterstützt den Verein dar-über hinaus mit diversen Aktivitäten. Zu den weiteren Geldgebern zählen die Stadt Frankfurt, die Deutsche Börse und Bertelsmann. „Dank dieser zahlreichen Unterstützung können wir Künstlerinnen und Künstler sogar Ateliers und Ausstellungsräume zur Verfügung stellen“, sagt Meyer, der von seiner ehrenamtlichen Arbeit begeistert ist. „Es ist faszinierend, wie ideenreich und interessant die Künstler aus der Region sind und mit welcher Überzeugung sie hinter ihrer Kunst stehen. Ich hoffe, dass wir in Zukunft noch mehr Künstlerinnen und Künstler auf ihrem Karriere-weg unterstützen können.“

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